EU plant erstmals verbindliche MOAH-Grenzwerte für Lebensmittel
Mit der geplanten EU-Regulierung von Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons (MOAH) zeichnet sich eine der weitreichendsten Entwicklungen in der europäischen Lebensmittelsicherheit der letzten Jahre ab. Am 13. Mai 2026 hat der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SC PAFF), Sektion „Novel Food und toxikologische Sicherheit der Lebensmittelkette", über einen Entwurf zur Änderung der Verordnung (EU) 2023/915 beraten. Ziel ist es, eine bislang bestehende regulatorische Lücke zu schließen.
Was sind MOAH und warum sind sie problematisch?
MOAH gehören zur Gruppe der Mineralölkohlenwasserstoffe (MOH) und stehen seit Jahren im Fokus der Lebensmittelüberwachung. Anders als die gesättigten Mineralölverbindungen (MOSH) enthalten MOAH aromatische Strukturen, die als gesundheitlich besonders bedenklich gelten – einige Verbindungen aus dieser Gruppe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.
Eintragsquellen für MOAH in Lebensmittel können vielfältig sein:
Verpackungsmaterialien aus Recyclingkarton
Schmierstoffe aus Produktionsanlagen
Druckfarben und Klebstoffe
Mineralölhaltige Zusatzstoffe in der landwirtschaftlichen Produktion
Transport- und Lagerprozesse
Der neue Rechtsrahmen
Der Vorschlag verfolgt das Ziel, einen harmonisierten Rechtsrahmen innerhalb der EU zu schaffen. Gleichzeitig soll das bisherige „Joint Statement" vom 21. April 2022 schrittweise abgelöst werden. Dieses hatte bislang lediglich Bestimmungsgrenzen definiert, oberhalb derer Lebensmittel gemäß Artikel 14 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 als nicht sicher eingestuft werden konnten.
Die Einführung der Grenzwerte ist gestaffelt geplant und soll ab 2027 unter Berücksichtigung von Übergangsfristen erfolgen. Damit bleibt Unternehmen Zeit zur Anpassung – aber nicht viel.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Auch wenn die Grenzwerte erst ab 2027 greifen sollen, zeichnet sich bereits jetzt ein erhöhter Handlungsdruck ab. Unternehmen entlang der gesamten Lebensmittelkette sind gut beraten, frühzeitig zu reagieren.
Konkrete Handlungsfelder:
Überprüfung der Produktionsprozesse auf potenzielle MOAH-Eintragsquellen
Bewertung der eingesetzten Verpackungsmaterialien
Lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette etablieren
Ausbau der Analytik- und Monitoring-Kapazitäten
Schulung der Mitarbeiter zu den neuen Anforderungen
Enger Austausch mit Lieferanten und Zertifizierungsstellen
Auswirkungen auf die Lieferkette
Die geplante Regulierung könnte weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Lebensmittelkette haben – von Herstellern über Verarbeiter bis hin zum Handel. Experten gehen davon aus, dass insbesondere Unternehmen mit komplexen Lieferketten vor besonderen Herausforderungen stehen werden, um die neuen Vorgaben fristgerecht umzusetzen.
Für den B2B-Großhandel mit Trockenwaren, Saaten, Gewürzen und Nüssen bedeutet das: Die Anforderungen an Qualitätssicherung, Dokumentation und Lieferantenmanagement steigen weiter. Wer hier bereits gut aufgestellt ist, wird die Umstellung leichter bewältigen.
Saatenberg ist vorbereitet
Als langjähriger Partner der Lebens- und Futtermittelindustrie ist uns Qualitätssicherung und Compliance schon immer ein zentrales Anliegen. Mit unseren bestehenden Zertifizierungen (BIO, ISO, GMP+, FDA, KOSCHER) und unserem engmaschigen Qualitätsmanagement begleiten wir unsere Kunden auch durch regulatorische Veränderungen wie die kommenden MOAH-Vorgaben.
Sie haben Fragen zu unseren Produkten oder Qualitätsstandards? Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie individuell und unterstützen Sie dabei, Ihre Lieferkette zukunftssicher aufzustellen.

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